Alles geplant

Alles geplant

Als ich in Neuseeland knapp drei Wochen durch das Land getourt bin, musste ich quasi täglich neu entscheiden, was ich am nächsten Tag machen wollte, und wo ich am Ende wieder herauskommen sollte. Das war anstrengend und hat vor allem abends immer eine Menge Zeit in Anspruch genommen, die mir fürs Blogschreiben und einfach nur zum Ausruhen gefehlt hatte. Daher war ich richtig froh, dass Nico die Planungen für Australien übernommen hatte, und er ab und zu nur ein OK von mir wollte. Er hat Hotels reserviert, Flüge gebucht und eine Route zusammengestellt. Nico, danke dir dafür!

Samstagfrüh haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht und sind von Melbourne aus nach Cairns geflogen. Dort angekommen haben wir uns wieder einen Mietwagen genommen und sind nach Norden Richtung Port Douglas gedüst. Der Vorschlag für die Unterkunft kam von mir, und Nico hatte sie für uns gebucht. Ein schnuckliges kleines Hotel, umgeben vom australischen Dschungel, mit privatem Strand, Pool und Jacuzzi, und vor allem: ohne Kinder! Es war nicht viel los an diesem Wochenende, aber auch das war vollkommen in Ordnung.

Welcome to Cairns
Queensland – Auf’m Weg zum Hotel

Unser Sonntagsausflug ging von Port Douglas aus hinaus zum Great Barrier Reef. Wir konnten gerade noch im Hotel frühstücken, bevor wir dann um viertel nach acht im Hafen sein mussten. Unser Katamaran war ein gutes Stück größer als jener in Papeete. Nach der Sicherheitsunterweisung konnten wir es uns an Deck gemütlich machen, wobei die mit dem Kutter ganz schön gerast sind. Es hat ordentlich geschaukelt und bis aufs obere Deck gespritzt. Es sei hier angemerkt, dass ich das Frühstück diesmal bei mir behalten habe – zumal es ja auch schon eine Weile her war.

Port Douglas

Die Fahrt hat trotz der hohen Geschwindigkeit gut und gerne zwei Stunden gedauert, aber dann durften wir hinaus zum Schnorcheln. Allerdings hatte die Sache einen kleinen Haken. Aufgrund der noch anhaltenden Quallensaison war es nur mit einem entsprechenden Taucheranzug erlaubt. Die Scheißviecher können einen, wenn man vom falschen erwischt wird, sogar tödlich verletzen. Und so weit draußen auf dem Meer wollte die Crew das Risiko nicht eingehen.

Great Barrier Reef
Great Barrier Reef

Nachdem ich nun schon auf Bora Bora geschnorchelt habe, war ich hier am Great Barrier Reef fast ein bisschen enttäuscht. Außerdem habe ich mir wirklich bunte und farbenfrohe Korallen vorgestellt, die es an den Stellen, an denen wir waren, nicht (mehr) gab. Es gab trotzdem einige tolle Fische und Korallen zu sehen, einen Seestern, und dann gab es da noch so einen riesigen Oschi von Fisch. Der Name ist mir entfallen, aber er war absolut nicht scheu. Er ist zwischen den Schnorchlern und Tauchern einfach elegant hindurch geschwommen, sich irgendwas von der Wasseroberfläche geschnappt (vielleicht war’s auch nur Luft), und dann war er auch schon wieder weg.

Great Barrier Reef – Riesenoschi
Great Barrier Reef – Schnorchler Dominik und Nico

Vor dem letzten Schnorchelstopp hat uns die Crew was zum Mittagessen vorbereitet und schon kurze Zeit später durften wir wieder ins Wasser und mit den Fischen schwimmen. Am späten Nachmittag waren wir wieder zurück im Hotel, wo für den Abend ein Barbecue-Büffet geplant war. Die Idee dahinter, dass sich die Hotelgäste gegenseitig kennenlernen und quasi miteinander zu Abend essen, hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Geschmeckt hat’s trotzdem.

Nachhimmel über Turtle Cove

Für den Sonnenaufgang am nächsten Tag bin ich extrafrüh aufgestanden um Fotos zu machen und die Ruhe zu genießen. In der Morgensonne wurde es schnell angenehm war und ich habe mich in eine Hängematte am Strand gelegt und ein bisschen gedöst. Nach dem Frühstück hatte es ein bisschen zugezogen, aber es war trotzdem warm genug für den Pool während Nico im klimatisierten Zimmer ausgeschlafen hat. Kurz vor Mittag haben wir unsere Sachen gepackt und unsere 390-Kilometer-Fahrt nach Townsville angetreten.

Morgenstimmung
Morgenstimmung

Nun ist es in Australien ähnlich wie in Neuseeland. Höchstgeschwindigkeit ist fast überall 100 km/h (auf ein paar Straßen darf man auch schneller fahren) und somit dauert es eine ganze Weile bis man am Ziel ist. Auf dem Weg zu unserem Tagesziel haben wir an den Josephine Falls südlich von Cairns Halt gemacht. Ein toller Wasserfall, den man über große Felsen auf ein paar Metern auch hinunterrutschen kann. Das Wasser selbst war zwar ein bisschen frisch (zumal es auch bedeckt war und davor kurz geregnet hatte), aber es machte riesig Spaß. So viel Spaß, dass ich beim dritten Mal Rutschen mutig geworden und über eine wildere Stelle hinunter gerauscht bin. Natürlich habe ich es anschließend bereut, denn die Steine im Wasser hat man zwar nicht gesehen, aber dafür umso mehr an Händen und Füßen schmerzhaft gespürt.

Josephine Waterfalls
Josephine Waterfalls

Es war schon dämmrig als wir gegen halb sieben am Fähranleger in Townsville angekommen sind, von wo aus wir eine Fähre hinüber nach Magnetic Island genommen haben. Ich hatte das Base-Hostel als eines der besten in Australien empfohlen bekommen, und so hatte ich Nico dazu überredet, dort abzusteigen. Keine Frage, es war auch toll. Es liegt unmittelbar am Strand, mit einem tollen Pool und netten kleinen Einzelhütten, Schlafsälen und Campingplätzen, die teilweise einen direkten Blick aufs Meer haben. Das Problem ist nur, es war voll mit partywütigen 18-jährigen Backpackern. Die vom Hostel organisierten Trinkspiele gingen lautstark bis spätnachts, und die Küche hatte auch sehr komische Öffnungszeiten.

Auf der Suche nach etwas zu essen sind wir durch die dunkle Wildnis ins etwa anderthalb Kilometer nördlich gelegene Picnic Bay gegangen, nur um festzustellen, dass außer einem teuren Eis für mich auch nicht mehr drin war.

Nico konnte bei Meeresrauschen super schlafen, nur für mich war es ziemlich ungewohnt. Allerdings war der Blick von unserem Balkon am nächsten Morgen hinaus aufs Meer wirklich traumhaft.

Magnetic Island – Ausblick vom Bungalow
Magnetic Island – Base Hostel
Magnetic Island – Base Hostel

Vom Hostel aus sind wir an unserem einzigen vollen Tag auf der Insel wandern gegangen. Über einen kleinen Pass ging es zuerst an eine ehemalige Verteidigungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg (die Japaner haben Townsville aber nie angegriffen), und auf dem Weg dorthin hatten wir richtig Glück. Am Wegesrand hatte ein Koalabär auf einem Baum sein Mittagsschläfchen gemacht. Er war keine zwei Meter über dem Boden und man hätte ihn problemlos streicheln können. Als wir auf dem Rückweg wieder an derselben Stelle vorbei kamen, war er sogar gerade wach, hat sich gekratzt, ein bisschen anders hingedreht, nur um kurz darauf wieder einzupennen.

Magnetic Island – Florence Bay
Magnetic Island – Fauler Koala

Anschließend sind wir weiter nach Horseshoe Bay hinunter marschiert. Es ist ein kleines verschlafenes Dörfchen mit einem Strand (Nico war beim Baden und ich habe im Schatten gedöst) und ebenfalls komischen Restaurantöffnungszeiten – für einen Nachmittagssnack hat es aber noch gereicht. Zurück zum Hostel haben wir dann allerdings den Bus genommen.

Gleich nach dem Frühstück haben wir ausgecheckt und sind mit der Fähre zurück aufs Festland. Heute hatten wir weitere 270 Kilometer auf dem Plan, denn unser Ziel war Airlie Beach. Unsere Lodge war ein bisschen außerhalb der Stadt, aber mit dem Auto war das kein Problem. Nachdem wir uns eine Tour für den nächsten Tag gebucht hatten, haben wir was gegessen und sind dann schließlich noch an einem schön angelegten Bad am Strand in den Regen gekommen.

Airlie Beach – Salzwasserpool (ohne Quallen)

Eine lustige Crew hatte uns tags darauf begrüßt, und bei Sonnenschein mit einzelnen Wolken legte unser Katamaran Richtung Whitsundays ab. Über sanfte Wellen ging es gemütlich dahin, unser rothaariger Hipster-Skipper hatte das Steuerrad gut in der Hand, und die Mannschaft ließ ab und zu auch mal die Gäste beim Hissen oder Einholen der Segel mit Hand anlegen. Von unserem ersten Stopp aus konnten wir über einen kleinen Hügel, um auf der anderen Seite einen Blick auf einen Traumstrand zu haben. Wow, das war toll! Türkisblaues Wasser und weißer Strand. So soll es sein. Wenig später sind wir hinunter marschiert und konnten an einem fast endlos ins Meer hineingehenden Strand baden – wieder mit Tauchanzug, was die Sache ein bisschen lächerlich hat aussehen lassen.

Whitehaven beach
Whitsunday islands
Whitsunday islands
Whitsundays cruise

Anschließend gab es Mittagessen und der Ginger-Skipper hat uns an eine Stelle zum Schnorcheln gebracht. Leider war die Sonne inzwischen hinter einer dichten Wolkendecke und es hatte teilweise genieselt. Die Korallen und Fische waren dementsprechend farblos. Als dann der Regen langsam einsetzte war es an der Zeit, sich zurück zum Hafen fahren und dabei von der Crew unterhalten zu lassen.

Es ist ein kleiner Flughafen, der irgendwann nur für den Tourismus gebaut worden war. Proserpine Airport war der Abflugort für unsere Weiterreise nach Sydney. Das Wochenende stand vor der Tür, da mussten wir doch wo sein, wo was los ist. Nico hatte die Route extra so plant, dass wir zum einen an den Wochenenden in den Städten waren, und zum andern mit den Flügen sparen konnten. Denn der Franzose Nico ist nach knapp zehn Jahren in Ulm auch ein bisschen zum Schwaben geworden.

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