Halbzeitbilanz

Halbzeitbilanz

Es ist Karfreitag 2018.
Heute auf den Tag genau beginnt die zweite Hälfte meiner Weltreise. Zählt man den Tag meiner Abreise hinzu, dann bin ich heute den dreiundneunzigsten Tag unterwegs.

Bisher geht es mit gut.
Ich war nie ernsthaft krank, wenn man den im wahrsten Sinne des Wortes üblen Tag auf Machu Picchu einmal außer Acht lässt.
Mir ist nichts gestohlen worden.
Ich habe keinen Flug verpasst und noch jedes Mal mein Gepäck wieder gekriegt.
Mich haben sie noch in jedes Land, in das ich wollte, rein und vor allem auch wieder raus gelassen.
Ich habe noch keinen Moment Heimweh verspürt. Natürlich gab es ein paar Momente, in denen ich genervt, übel gelaunt, deprimiert und/oder allein war, aber als Konsequenz daraus hatte ich nie einen Gedanken daran, unbedingt nach Hause zu wollen.

Ein paar Kollaterialschäden gibt es aber doch:
Eine Weste war schon bei der Abreise aus Kapstadt nicht mehr auffindbar, eine Hose habe ich zerschlissen und der Kulturbeutel ist jetzt schon halb versifft. Aber was das Schlimmste ist, ich habe zugelegt. Verdammt nochmal! Zu viele Desserts, zu viel Eis und zu viel Süßes und dazu praktisch kein Sport – sieht man von gelegentlichen schweißtreibenden Wanderungen mal ab. Seit Wochen schon nehme ich mir vor, was zu machen, aber ich bin einfach zu faul oder ich finde plausible Ausreden.

Alles in allem kann und darf ich mich aber nicht beschweren. So kann es weitergehen! Viele weitere Abenteuer warten auf mich. Viele Länder, von denen ich künftig noch nicht mal ansatzweise die Sprache spreche, gibt es noch zu entdecken.

Es wird alles gut. Frisch voran!

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