It’s raining, man

It’s raining, man

Gerade für mich als Schwabe war es ärgerlich. Der Tag hat eh schon nicht ganz so wie geplant angefangen. Zu spät aus dem Bett gekommen, der Uber-Fahrer hat meine Fahrt storniert, der stattdessen in Anspruch genommene Taxifahrer hat die Kupplung bei Stau am Berg über Minuten hinweg so lange schleifen lassen, dass es nicht nur zu stinken sondern sogar zu rauchen angefangen hat, und dann hat er mich noch vor dem Ziel rausgeschmissen, weil die Straße ohnehin blockiert war. Zu Fuß an der Talstation der Tafelbergseilbahn angekommen, habe ich dann gesehen, dass die Schlange unmöglich lange war. Ich hatte also zwei Möglichkeiten. Zwei Stunden anstehen, oder gute anderthalb Stunden zu Fuß rauflatschen. Trotz Schwabe und trotz bereits bezahltem Ticket habe ich mich dann für die 700-Höhenmeter-Wanderung entschieden, die eigentlich ganz schön war aber bei brennender Sonne und ziemlich steilem Weg dann recht schnell sehr anstrengend wurde. Ansonsten war der Ausblick von dort oben wirklich toll. Man ist logischerweise nicht alleine dort, aber es hat einige super Stellen mit Blick aufs Meer und Kapstadt. Dass der Tafelberg folglich nicht in Wolken gehüllt war, brauche ich nicht zu erwähnen.

Aufstieg zum Tafelberg
Camps Bay vom Tafelberg
Kapstadt vom Tafelberg
Kapstadt vom Tafelberg
Tafelberg

Nach dem Tafelberg habe ich mich ins Taxi gesetzt und mich in den botanischen Garten nach Kirstenbosch fahren lassen. Im Schatten der Bäume hat es sich wesentlich leichter herumspazieren lassen als auf den Berg.

Kirstenbosch
Sachen gibt’s…^^

Zum Abendessen haben wir uns Krokodil, Springbock und Kudu servieren lassen. Mit zwei Brasilianern, die ich am Vorabend im Hostel kennengelernt habe, war ich afrikanisch essen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese drei Viecher (Strauß hätte es auch noch gegeben) bei den wenigsten Afrikanern regelmäßig auf dem Speiseplan stehen – aber wenn man schon mal da ist… Jedenfalls haben wir uns durch eine afrikanische Band (Klischee!?) gut unterhalten lassen. Zugegeben, das Krokodil hat mich visuell eher an eine große gebratene Orangenscheiben erinnert, und aus welchem Teil des Tieres das Stück Fleisch herausgeschnitten war, konnte letztlich auch nicht ganz geklärt werden, doch geschmacklich hat’s gepasst.

An Silvester, einem Sonntag, habe ich mit Steffi aus dem Hostel gerade noch ein Auto mieten können, mit dem wir runter ans Kap gefahren sind. Entgegen besseren Wissens haben wir uns bei Nieselwetter den meisten Touristen angeschlossen und haben erstmal einen Stopp in Simon’s Town eingelegt. Das Städtchen an sich hat nichts Besonderes zu bieten, aber am Stadtende gibt es den Boulder’s Beach, und wegen dessen Bewohner kommen die Touristen in Scharen: Pinguine. Die Kolonie der Brillenpinguine lebt hier seit 1985 und ist echt ein Muss für jeden Besucher. Die kleinen Wichte aalen sich in der Sonne, schwimmen und streiten hier, und lassen sich von den Menschenmassen nicht stören.

Boulder’s Beach
Boulder’s Beach
Boulder’s Beach
Dassie am Boulder’s Beach

Wie nicht anders zu erwarten war, ist der Parkplatz am Kap schon voll und wir werden von ein bisschen weiter vorn mit einem Shuttel zum süd-westlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents gefahren. Naja fast, denn rauf zum Leuchtturm und noch weiter zu einem Aussichtspunkt müssen wir schon selber laufen. An dieser Stelle sollen also der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander treffen, weshalb das Wasser auf der westlichen Seite tendenziell immer kälter als auf der östlichen Seite ist.

Inzwischen haben sich die Wolken auch größtenteils verzogen, und auf dem Fußweg zum Kap der guten Hoffnung machen wir einen Abstecher runter zum Dias Beach, der einkeilt zwischen den Felsen ein tolles Bild abgibt – wenn auch nicht zum Baden einlädt, denn das Wasser ist eiskalt.

Dias Beach
Cape point
Dias Beach

Schon bei der Ankunft in Kapstadt hat man es gesehen. Dort, wo sonst nur die Anzeigen irgendwelcher Bankkonzerne prangen, gibt es jetzt offizielle Aufforderungen zum Wassersparen. Südafrika in Allgemeinen und Kapstadt in Besonderen leiden zurzeit unter einer extremen Dürre. Die Wasserspeicher werden immer leerer und so mancher befürchtet schon das Zudrehen des Wasserversorgungshahns wenn es nicht bald regnet. Aus diesem Grund war es für die Natur logischerweise ein Segen. Für das Partyvolk hingegen, das an diesem Silvesterabend feiern wollte, war der morgendliche (Niesel-)Regen sowie der abendliche Platzregen alles andere als eine gute Fügung. Und wenn es zum Jahreswechsel nachts um zwölf auch trocken war, die Luft hatte merklich abgekühlt. Ohne Pulli geht jetzt am Abend nichts mehr. Aber das sind Luxusprobleme – wie ist das Wetter bei euch zuhause noch gleich?

In diesem Sinne: Ein gutes Neues!

2 Gedanken zu „It’s raining, man

  1. Hi Dominik,
    macht Spaß deine ersten Beiträge zu lesen und freue mich schon auf die Weiteren.

    GUTES NEUES JAHR!

  2. Servus Dominik! Bin gespannt, ob Du nur tagsüber die Empfehlungen zu den Sehenswürdigkeiten oder auch nachts die Club-Empfehlungen wahrgenommen hast

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