Roter Sand

Roter Sand

Es ist schwierig, sich an etwas zu erinnern, das schon über sechs Wochen her ist. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Zug, 10.600 Kilometer nördlich von Sydney. Das Wetter hier ist ähnlich wie an jenem Freitag, an dem wir in der (noch) größten Stadt Australiens (fünf Millionen Einwohner) gelandet sind. Mit der Metro sind wir in unser Hotel im Village gefahren und haben unser Dreierzimmer in Beschlag genommen (Shayne sollte einen Tag später mit dazu kommen).

Unser erster Anlaufpunkt war – wie soll es auch anders sein – die Oper. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Dämmerung und haben die Kulisse zusammen mit der Harbour Bridge genossen. Nach den obligatorischen Fotos sind wir zu Fuß zurück und haben in einer Bar was getrunken.

Sydney
Sydney – Harbour Bridge und Oper
Sydney – St. Mary’s Cathedral

Die Sonne brannte vom Himmel, als wir am nächsten Morgen zum Treffpunkt der Free Walking Tour kamen. Unserer Führerin, der man ihren slawischen Ursprung noch deutlich angehört hatte, führte uns durch die Stadt. Als die Engländer 1788 auf Erkundungsfahrt für den Standort einer Strafkolonie waren, entdeckten sie Mitte Januar eine Bucht, in der sie ab 26. Januar desselben Jahres ihre Kolonie aufbauten. Die Bucht wurde nach dem damaligen britischen Innenminister Sydney benannt, und der 26. Januar ist heute der Nationalfeiertag Australiens. 22 Jahre später hat ein Mann namens Lachlan Macquarie, seines Zeichens erster Gouverneur, die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich Sydney von einer Strafkolonie zu einer bedeutenden Stadt entwickelt. Heute findet man an vielen Straßen, Plätzen und Gebäuden seinen Namen; er hat der Stadt regelrecht seinen (Namens-)Stempel aufgedrückt. 1932 wurde die Harbour Bridge gebaut, und am 20. Oktober 1973 eröffnete die Windsor-Lisl aus dem Buckingham-Palast als Staatsoberhaupt der Australier feierlich das Sydney Opera House. Bereits nach dem Krieg setzte eine verstärkte Migration aus Europa und später auch aus asiatischen Ländern ein, was Sydney heute zu einem Multikulti-Hotspot macht.

Das Ende der Tour war am Kreuzfahrtterminal unterhalb der Harbour Bridge, wo wir uns mit Shayne verabredet hatten, der in der Früh aus Melbourne angereist kam und seine Sachen schon ins Hotel gebracht hatte. Wir haben etwas zu Mittag gegessen, sind zu Fuß auf die Harbour Bridge rauf und zurück im Hotel haben wir unsere Badesachen eingepackt. Strände gibt es in Sydney en masse. Es dauert zwar immer eine Weile bis man aus der Stadt an einem Strand ist, aber dafür hat man eine große Auswahl: klein oder groß, ruhig oder viel los, FFK oder nicht. Wir hatten uns für einen kleinen Strand, eine knappe dreiviertel Stunde vom Hotel entfernt, entschieden, und ich musste feststellen, dass das Wasser an diesem Herbsttag doch schon recht frisch war. Es dauerte nicht lange und eine Welle hatte mich und mein Badetuch vollkommen nass gemacht, sodass wir unsere Sachen packten und ein paar Meter weiter auf einem Felsen den Sonnenuntergang angeschaut haben. Vorbei an einem Leuchtturm spazierten wir zurück und haben statt eines Taxis nun eine Fähre für den Rückweg genommen. Es war inzwischen dunkel geworden und wir fuhren an den Fähranleger zwischen Oper und Harbour Bridge. Was für eine tolle Skyline diese Stadt doch hat, vor allem nachts und vom Wasser aus; da war es auch halb so schlimm, dass eine Gruppe Teenies zur Belustigung der Fahrgäste Fuselwein aus einem Plastikschlauch im Pappkarton soff und wild rumknutschte. Zum Abendessen kam ein Kumpel von Shayne mit dazu und wir waren beim Vietnamesen, bevor wir noch ein bisschen weg waren.

Sydney – Macquarie allerorten
Sydney – Harbour Bridge
Sydney – The Rocks
Sydney – Oper von der Harbour Bridge
Sydney

Am nächsten Tag haben wir uns ein Auto gemietet und Shayne hat uns in die Blue Mountains gefahren. Die Berge liegen etwa 100 Kilometer nördlich von Sydney und über ihnen hängt immer ein bläulicher Dunst, der von Ausdünstungen der vielen Eukalyptusbäume kommt. Wir brauchten trotz der Sonne eine Jacke, denn der Wind blies kühl. Wir wanderten hinüber zu einem hübschen Wasserfall, der sich unter uns in die Tiefe stürzte. Ein paar Kilometer weiter waren dann in einem Städtchen mit dem Namen Katoomba, um die Three Sisters zu sehen. Eine Gesteinsformation von drei Felstürmen, die durch Erosion entstanden ist. Laut den Aborigines ist das Ganze aber so abgelaufen:

Meehni, Wimlah, und Gunnedoo waren Schwestern, die in der Gegend mit ihrem Vater, Tyawan, einem Zauberdoktor, lebten. Eines Tages erschrak sich Meehni vor einem Tausendfüßler und warf einen Stein nach ihm. Davon erwachte Bunyip, ein schreckliches Untier, vor dem die Schwestern Angst hatten, und verärgert und wütend ging er auf die drei los. Da nahm Tyawan seinen Zauberknochen und verwandelte die drei nahe beieinander stehenden Schwestern in drei Felstürme, um sie zu schützen. Der böse Bunyip wandte sich nun gegen Tyawan, der sich selbst in einen Leierschwanz verwandelte und davonflog. Dabei verlor er dummerweise seinen Zauberknochen, den er auch heute noch sucht; die drei Schwestern warten und hoffen, dass er ihn bald findet.

Blue Mountains
Blue Mountains
Blue Mountains
Katoomba – Three Sisters

Auf dem Rückweg haben wir uns mit Ann getroffen, einer Freundin von Shayne, die erst vor kurzem aus der Stadt aufs Land nach Emu Plains gezogen war, um dort in einem Krankenhaus als Ärztin zu arbeiten. Wir waren beim Libanesen und haben uns mit nahöstlichen Köstlichkeiten den Bauch vollgeschlagen. Und wieder haben die Australier ihrem offensichtlich liebsten Hobby gefrönt, Touristen zu erschrecken. Ann erzählte die Geschichte eines Mannes, der eines morgens im Bett eine Python neben sich liegen hatte, die wohl gerade dabei war, den Kerl abzumessen, ob er auch ganz in sie rein passt, wenn sie ihn gleich abmurkst und auffrisst. Ich bin ein paar Tage später in zwei aufeinanderfolgenden Nächten erschrocken aufgewacht und habe mir das Szenario voll Grauen in meinem eigenen Bett vorgestellt.

Wir kamen an diesem Sonntagabend recht spät nach Sydney zurück und hatten keine Lust mehr wegzugehen, sondern sind einfach ins Bett.

Shayne ist am nächsten Morgen früh aufgestanden und hat den Mietwagen zurückgebracht, bevor wir alle gemeinsam zum Frühstück sind. Die Sonne schien, es war warm und deshalb haben wir gegen elf den Bus genommen und sind damit nach Bondi an den Strand gefahren. Es war recht viel los und so haben wir entschieden, auf einem schönen Verbindungsweg weiter am Meer entlang zu einem anderen, kleineren Strand zu spazieren. Dort haben wir uns auf dem Sand in die Sonne gelegt, gedöst, gefaulenzt und gepennt. Das Wasser war toll und die Wellen richtig geil. Da könnte man es echt aushalten. Nebenan haben wir was zu Mittag gegessen, aber wenig später war es für Shayne Zeit aufzubrechen, denn er musste seinen Heimflug nach Melbourne erwischen. Nico und ich haben ihn schweren Herzens verabschiedet, denn wer weiß schon, wann wir ihn wieder sehen werden. Als die Sonne am Unterehen war, haben wir unsere Sachen gepackt und sind den Spazierweg weiter gegangen, durch einen alten, direkt am Meer gelegenen Friedhof hindurch bis nach Coogee, von wo wir den Bus zurück ins Hotel genommen haben.

Sydney – Tamarama Beach
Sydney – Coogee Beach

Wir waren hungrig und haben uns nach einem Powernap einen Thailänder ausgesucht, bei dem ich mich kulinarisch schon mal ein bisschen auf Asien einstimmen konnte. Neu gestärkt sind wir durchs nächtliche Sydney spaziert, in dem nur noch ein paar Souvenirläden geöffnet hatten. Ich wollte in Australien unbedingt noch ins Kino und einen Film anschauen, der bei uns erst im Sommer anläuft. Nico hatte keine Lust dazu, also bin ich alleine hin und er ist ins Hotel zurück.

Da der Flug zum Uluṟu bzw. Ayers Rock von Sydney aus wesentlich günstiger war als von Cairns oder Brisbane, hatte Nico die Route bei der Vorbereitung so gewählt. Also sind wir am Dienstagmorgen zurück an den Flughafen und haben einen Dreieinhalb-Stundenflug ins Outback genommen.
Alles hier ist Rot. Ich gebe zu, ich hatte weniger Vegetation erwartet und war erstaunt, dass es doch einige Bäume in den Weiten der australischen Wüste gab; natürlich kein Wald, aber in regelmäßigen Abständen standen sie herum. Was es noch gab, und damit hatte ich nicht im Geringsten gerechnet noch hätte ich es mir gewünscht, war absolut nervig: Mücken! Kleine, junge Mücken. Zu Tausenden. Die Drecksviecher haben zum Glück nicht gestochen, aber die Tatsache, dass sie einem permanent ums Gesicht herumflogen, in die Ohren oder Nasenlöcher hinein, war eine regelrechte Zumutung. Man könnte verrückt werden! Im Supermarkt gab es natürlich Gesichtsnetze zu kaufen, und das war definitiv eine sinnvolle Investition.

Nach der Ankunft im Hotel, sind wir mit unserem Mietwagen zum Mala Walk am Uluṟu gefahren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Gesichtsnetze, und es war echt ätzend, während wir den Wanderweg gegangen sind, der an einem Wasserfall endete. Natürlich war da nix mit Wasser, denn das rauscht nur dann herunter, wenn es geregnet hat; dann aber ziemlich heftig. Die verdammten Mücken waren leider auch an der Stelle, von wo man den Sonnenuntergang am Uluṟu betrachten kann. Einige Touris waren richtig gut ausgerüstet und hatten neben Campinghockern auch Snacks und Rotwein oder Sekt mit dabei. So recht wollte aber keine Stimmung aufkommen, denn nur anfangs war der Berg noch ins Licht der untergehenden Sonne getaucht, die dann allerdings bald hinter den Wolken verschwand und den Uluṟu in Schatten gehüllt hatte. Beim Zurückfahren ins Hotel ist uns dann auch klar geworden, warum wir bei der Abholung des Mietwagens extra darauf hingewiesen wurden, dass es verboten sei, aufs Autodach zu steigen: Um ein tolles Bild zu machen oder einen besonderen Blick auf den Berg zu haben, sind einige auf die Gepäckträger ihrer Jeeps und Camper geklettert. Da ging es ja, aber auf ein normales Autodach zu klettern wäre ziemlich schlecht gewesen. Dadurch, dass wir die Sache mit dem Sonnenuntergang quasi vorzeitig beendet hatten, waren wir auch eine der ersten am Restaurant (wir haben uns dagegen entschieden, am vorletzten Abend damit anzufangen, uns in der völlig überlaufenen Selbstbedienungsküche des Hotels ein Steak oder ähnliches zu brutzeln).

Uluṟu
Uluṟu
Uluṟu
Uluṟu
Uluṟu
Uluṟu – Sunset point

Am nächsten Morgen haben wir uns zum Mala Walk an gleicher Stelle wie am Tag zuvor zu einer geführten Tour getroffen. Man bekommt ansatzweise ein Gefühl, wie sich das Tragen einer Burka anfühlt, wenn man den ganzen Tag so ein Gesichtsnetz tragen muss. Daher war die Tour hinsichtlich der Fliegen auch vollkommen erträglich, und die beiden Führer haben uns von der Entstehungsgeschichte des Uluṟu erzählt, von den Menschen, die das Gebiet seit Urzeiten besiedeln und von Legenden der Ureinwohner, die sich um den Berg ranken.

Vor etwa 550 Millionen Jahren gab es in dem Gebiet, in dem der Uluṟu liegt, mächtige Gebirge. Durch Erosion wurden diese Berge abgetragen und es entstanden Sedimentschichten von mindestens 2.500 Metern Dicke. Dann war das ganze Gebiet wieder ein paar Millionen Jahre unter dem Meeresspiegel, und durch Druck und weitere Ablagerungen hat es sich wieder verdichtet und ist zu Gestein zusammengebacken worden. Vor etwa 300 Millionen ging das Meer wieder zurück, weil die Erdkruste durch tektonische Aktivität zusammengedrückt, gefaltet und angehoben wurde. Bei dieser Faltung wurde auch Uluṟu um fast 90° aufgerichtet, was man noch heute deutlich sieht, wenn man näher am Berg steht. Sehr viel später ragte Uluṟu als Teil eines Felsmassivs weiter aus den entstandenen Sumpfwäldern heraus und wurde durch Erosion aus dem umgebenden Gestein herauspräpariert. Vor erst 500.000 Jahren wurde das Gebiet wieder trockener, Sand legte sich über die gesamte Gegend und Uluṟu wurde zu dem, wie wir ihn heute kennen.
Die Entstehungsgeschichte des Uluṟu gemäß der Legenden des Aborigines-Stammes der Anangu, die seit mehr als 10.000 Jahren in der Gegend leben, liest sich natürlich anders. Ist die wissenschaftliche Entstehung schon schwer zu verstehen, so ist der Uluṟu-Mythos dann doch ziemlich verwirrend. Er handelt von Höllenhunden und blauzüngigen Echsenmenschen, von verletzten Eitelkeiten und deren Rächen, von Kampf, Feuer und Selbstmord. Letztlich gipfelte das Ganze in einem Abschlachten, woraufhin massive Bewegung im Erdinnern entstand und sich der Uluṟu aus dem Boden erhob.

Die ersten Weißen, die des Uluṟu ansichtig wurden, waren 1873 Teilnehmer eins Expeditionsteams, dessen Leiter den Berg nach dem damaligen australischen Premierminister Henry Ayers benannte, weshalb man ihn hierzulande auch als ‚Ayers Rock‘ kennt. Erst seit 2002 wird das Wahrzeichen Australiens mit Uluṟu / Ayers Rock bezeichnet und beworben.
1985 wurde das Gebiet an die Anangu zurückgegeben, und nur ein paar Minuten später wurde ein Pachtvertrag unterzeichnet, in dem sie das Land dem australischen Nationalparkservice auf 99 Jahre überlassen. Das Dorf und auch der Flughafen, die in dieser Zeit entstanden sind, werden Yulara genannt. Und auf alles, was es hier gibt, hat die Gruppe das Monopol. Ihr gehört alles vom Flughafen, über die Hotels bis zum Eisstand in der kleinen Shopping Mall. Dementsprechend sind die Preise im ohnehin schon teuren Australien hier nochmal ziemlich gesalzen, egal ob für die Unterkunft oder den Restaurantbesuch.

Uluṟu – Beginn des Mala Walks
Uluṟu – Ohne Burka geht hier nix

Nach der Tour haben wir uns ins Auto gesetzt und sind etwa 50 Kilometer weiter gefahren. Hier befindet sich Kata Tjuṯa, ebenfalls ein kleines Bergmassiv, das genauso wie der Uluṟu entstanden war, jedoch mit dem Unterschied, dass die besagte Faltung den Berg nur um 15° bis 20° gedreht hatte.

Kata Tjuṯa
Kata Tjuṯa

Es war eine drückende Hitze und wir waren irgendwie vollkommen fertig als wir auf Wanderwegen ein paar Kilometer am Fuße des Bergs herumgelaufen sind. Als wir unsere anvisierte Strecke am Kata Tjuṯa absolviert hatten, sind wir ins Auto gestiegen, zurück ins Hotel und haben uns an den Pool gelegt. Da schließlich auch ein paar Wolken aufgezogen waren, haben wir beschlossen, den Sonnenuntergang heute zu streichen, denn besser als gestern würde es ohnehin nicht werden. Im Restaurant habe ich mir dann einen Känguru-Burger bestellt und da es ja unser letzter Abend war, gab es einen Abschluss-Gin-Tonic.

Die weitere Planung sah so aus, dass Nico zurück nach Melbourne fliegt, von wo er am Samstag dann wieder nach Deutschland zurück reist, und dass ich weiter nach Darwin fliege um meine Weltreise anschließend in Asien fortzusetzen. Die Koffer wurden an diesem Abend gepackt, und ich gebe zu, dass dann die zweite Nacht folgte, in der ich nachts aufwachte und an die Geschichte mit der Python denken musste. Vorsichtig habe ich das Bett neben mir abgetastet und habe zum Glück nichts gefunden. Und ich habe mich gefragt, was ich wohl machen würde, wenn da jetzt tatsächlich so ein Mörderding läge. Ganz so abwegig war das ja alles nicht. Wenn wir die Tür aufgemachten haben, standen wir quasi im australischen Busch. In der Früh haben wir Kaninchen, Rehe und irgendwelche Hühner gesehen, die da rumgehoppelt, -geäst und -gegackert sind/haben, da liegt es doch nahe, dass da draußen auch Schlangen sind. Naja, ich bin dann wieder eingepennt, und wir sind rechtzeitig und unbeschadet aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu sehen. Diesmal mussten wir auf die andere Seite des Uluṟu fahren. Es gibt Aussichtsplattformen, von denen man einen guten Blick hat, während hinter einem die Sonne über dem Horizont aufsteigt und den Berg vor einem in verschiedene Rottöne taucht. Soweit die Theorie. Die Praxis sah so aus, dass die guten Plätze auf der Plattform alle bereits belegt waren und das Farbenspiel der Sonne aufgrund von Wolken eher dürftig war. Nichtsdestotrotz war es eine tolle Szenerie, und als die meisten Touristen in ihren Bussen schon wieder weggekarrt worden waren, konnten wir ein paar schöne Fotos schießen ohne irgendwelche Fremden im Hintergrund.

Uluṟu – Sunrise point

Zurück im Hotel haben wir gefrühstückt und Nico hat mich anschließend zum Flughafen gefahren; sein eigener Flug ging erst ein paar Stunden später. Über Alice Springs bin ich nach Darwin weitergeflogen, wo ich schließlich gegen zwei Uhr nachmittags in meinem Hotel angekommen bin. Das Hotel lag in Flughafennähe, weil ich es am nächsten Morgen nicht mehr so weit haben wollte, zumal der Flug schon in der Früh um sechs ging.

Es war eine Affenhitze in Darwin; auf dem kurzen Weg vom Hotel zur Bushaltestelle war ich komplett durchgeschwitzt. In der Stadt selbst war ich beim Friseur, beim Hosen- und T-Shirts-Shoppen und beim Wäschewaschen. Bevor ich bei Tropengewitter in meine Unterkunft zurück gefahren bin, habe ich noch beim Nepalesen zu Abend gegessen, und dann war Schlafenszeit.

Wenn man mal von den Mörderviechern absieht, ist Australien ein großartiges Land. Und ein großes Land sowieso. Viel zu groß um in drei Wochen auch nur annähernd eine Gefühl für Entfernungen zu entwickeln. Wir sind das meiste geflogen, und die Strecken im Auto waren eher kurz, noch dazu gab es unterwegs immer Dörfer und Städte. Fährt man jedoch selbst ins Outback, Hunderte Kilometer ohne Tankstelle, nur roter Sand und sonst nichts, dann – denke ich mir – ist das Gefühl ein anderes. Noch dazu waren wir lediglich im Osten und ein bisschen in der Mitte. Der weite Westen Australiens fehlt komplett, wobei da auch wirklich kaum was ist außer Wüste.

Danke an Nico und Shayne, die einen Teil meiner Weltreise zu einem weiteren unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Ein Erlebnis, das erweiterbar ist. Mit weniger Quallen und sicherlich mehr rotem Sand.

Ein Gedanke zu „Roter Sand

  1. Hallo Dominik, das liest sich wunderschön – auch wenn ich als Leser nicht das ganze Ausmaß der Erlebnisse in Australien live miterlebt habe. Du machst es lebendig und es ist nach wie vor sehr beeindruckend! Ich bin sehr gespannt, wohin du uns noch mitnehmen und was Du uns alles noch präsentieren wirst. LG, Daniel

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