Weltreise, cui bono?

Weltreise, cui bono?

Die letzten Wochen waren komisch. Gefühlte hundertmal habe ich Freunden, Kollegen oder Bekannten meinen Reiseablauf heruntergebetet. Den einen ausführlich, den anderen wiederum nur ganz oberflächlich. Zum Schluss kam ich mir fast blöd dabei vor, weil ich das Gefühl hatte, ich würde die Leute mit meinen Aufzählungen geradezu langweilen. Dabei war’s wohl für jeden neu, denn nur ich selber hatte meine Worte schon unzählige Male gehört.

Konkret die Woche vor Weihnachten war aber auch insofern komisch, als dass mir ernsthafte Zweifel gekommen sind. In dieser Woche hätte ich ein bisschen von der Euphorie gebraucht, die ich an jenem 5. Januar 2015 hatte, als ich in meiner Kurzschlussentscheidung die Weltreise beschlossen hatte. Zum einen war da der Gedanke, dass der ganze Aufwand für nur ein halbes Jahr doch viel zu viel ist. Und zum anderen hatte ich die Hosen gestrichen voll! Wozu mache ich das eigentlich? Muss ich irgendjemandem was beweisen? Laufe ich vor etwas davon?

Weltreise, cui bono?

Aber jetzt ist der Tag da. Morgen geht es los. Es ist ein absolut unwirklicher Gedanke, ein halbes Jahr weg zu sein. So richtig eigentlich nicht zu fassen, und im Moment läuft alles ziemlich mechanisch ab. Doch wenn ich erstmal im Flieger sitze, dann wird alles gut. Oder spätestens dann, wenn die südafrikanische Sommersonne auf meine (noch) blasse Haut fällt.

Meine Kollegen waren logischerweise eine der ersten, die von meinem Sabbatical und der Weltreise erfahren haben. Und viele hatten mir die Frage gestellt, ob ich denn vorhabe, einen Blog zu schreiben. Am Anfang habe ich den Vorschlag einfach nur beiseite geschoben. Als jemand, der zwar bei Facebook ist, aber dort seinen letzten aktiven Post im Juli 2014 hatte, wüsste ich nicht, was ich der Welt Besonderes mitzuteilen hätte.

Blog, cui bono?

Ich bin in den sozialen Medien vielmehr der Spanner, aber ganz bestimmt kein Exhibitionist. Doch irgendwann hatte mich meine Eitelkeit gepackt. Und jetzt sehe ich den Blog als Anreiz, Geschichten zu erzählen. Geschichten, die einen zum Lachen bringen, zum Staunen oder vielleicht auch mal zum Nachdenken. Bleibt also nur zu hoffen, dass ich meinen eigenen Ansprüchen auch gerecht werde.

3 Gedanken zu „Weltreise, cui bono?

  1. „Ich weiß nicht, wohin ich gehe, aber ich gehe meinen Weg“ (Carl Sandburg).

    Lieber Domink, der Spruch stimmt nur zur Hälfte, denn DU weißt, wohin Du gehst! Und, Du gehst Deinen Weg! Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg. Genieße die alles, was Du erlebst, siehst, entdeckst und vieles, vieles mehr. Wir alle sind bei Dir! Einen guten Start, guten Flug und eine unvergessliche Zeit für Dich. Daniel

  2. Ein gesundes und neues Jahr wünschen wir dir auf deiner Reise… und ganz viele, spannende Momente…

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